Ostergrüße von daheim

April 20, 2011

Bolivien, das stand ja eigentlich nicht auf deinem Reiseplan, oder?  Aber wie seid ihr denn dahin gekommen und du musst doch auch wieder zurück, da dein Weiterflug

doch von Peru aus gebucht ist, oder hast du das umgebucht?  Die Mountainbiketour wird wahrscheinlich noch strapaziöser als es die Bergbesteigung war. Der Muskelkalkater bleibt dir also erhalten. Hoffentlich bist du dann wieder richtig gesund, und hoffentlich werdet ihr mit einem guten Rad und gutem Helm ausgesgtattet. Jedenfalls viel Spaß dabei.

Hier ist es immer noch frühlings- nein sogar sommermäßig warm 25 %, und sehr trocken. Viele Osterfeuer sind schon abgesagt wegen Waldbrandgefahr. Und es soll mindestens bis Ostermontag so bleiben.  Da wir Ostern dieses Jahr ganz allein sind , haben wir uns entschlossen, mit Oma Essen zu gehen.  Bei der Firma bin ich z. Zt. voll im Stress, die Wirtschaftsprüfer sind da bis Ende des Monats.  Deshalb gut, dass ich wenigstens die Ostertage das schöne Wetter genießen kann.

Sonst ist hier alles beim alten. Noch eine schöne Zeit in Bolivien  und dass es dir hoffentlich bald wieder gut geht.

Viel Grüße

Mama


viel passiert

April 19, 2011

hola,

ihr wartet sehnsuechtig, von mir zu hoeren, stimts? 😉

ich hab so lang keine zeit gefunden, zu schreiben, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. so geht es mir auch mit meinem reisetagebuch. es waere ja schoen, so etwas spaeter zu haben, aber fuer mich ist das etwas stressiges. es gibt einfach menschen, die tagebuch schreiben und die, die es nicht tun, hat ein weiser mensch neulich zu mir gesagt. letzteres trifft wohl auch auf mich zu…

ich werde euch heute mal nur anreissen, was in peru so passiert, zu mehr reicht meine kraft auch nicht. nachdem sich franzi beinhae 10 tage und 4 aerzte lang gequaelt hat, kraenkele nun ich. halsschmerz, kopfweh, atembeschwerden, abgeschlagenheit und zu allem ueberfluss auch noch durchfall. keine ahnung, was das wohl ist. viraler infekt im hals? was falsches gegessen? oder kriegt mich jetzt doch noch die hoehe? alles davon? nichts? ich versuche es mit einem tag auszeit, ibuprofen, cocatee und cocablattern und ganz viel wasser und lasse die harten geschichten erstmal raus…

jedenfalls konnte ich mich aufraffen, doch noch kurz das haus zu verlassen, um mal von mir hoeren zu lassen:

die kurzfasung ohne fotos ab lima: pisco: keine schoene stadt, aber millionen von seevoegeln auf den islas ballestas, dazu seeloewen, humboldtpinguine und ein grosser kerzenstaender, der an einen felsen gemalt wurde /ica und huacachina: kleine oasenstadt in der wueste. grossartige aussicht, stille und mit 140 sachen im strandbuggy ueber die duenen geheizt, sandboardingversuche / nasca: verhandlungskuenste und flug ueber die gigantischen  linien von nasca  in der propellermaschine /cusco: 3400 hoehenmeter, akklimatisieren, stadt ansehen, inkastaetten in der umgebung, im heiligen tal der inka und als kroenung natuerlich machu picchu (sprich matschu pik-tschu) und der aufstieg auf den wayna picchu, grossartig!, bad in heissen quellen (bisschen tuempelig, aber nette leute), tanzen in cusco, ein tag entspannen und geiles vegetarisches essen!/puno: wieder haessliche stadt, ausflug zu den schwimmenden schilfinseln uros und nach tikila wo mich wieder stufe um stufe erwartet (meinen muskelkater werde ich niemals loswerden, laufe wie auf holzbeinen…),  abends nette begleitung (erasmus aus deutschland, verzeihung bayern!)und sturzflutenregen/ copacabana, bolivien: an der bushaltestelle auch noch maelle aus frakreich wieder ausfgesammelt, zu viert essen fuer 6 euro, wieder jede menge stufen fuer den besten blick auf den titikakasee, abends empanadas am strand.

und da bin ich nun in bolvien. hier ist es frisch, was bei nochmal +400 hoehenmetern halt nicht ausbleibt. der zeitunterschied betraget nur noch 6 stunden und meine handy taugt hier nur zum musikhoeren…

der titikakasee liegt wie ein ruhiges meer vor uns, auf den zahlreichen marktstaenden gibt es saeckeweise riesenpopcorn, aber niemand kann cambio geben… nichtmal auf 10 bolivianos (ca 1 euro!) kann man rausgeben. vor der basilica segnen jeden tag franziskanerpatres mit blumen bunt geschmueckte autos, es riecht nach alkohol und chinaboellern, die wie zu schiffstaufe dazugehoeren.

gestern hat ausserdem die semana santa, die heilige osterwoche begonnen. hier sind alle sehr katholisch. das haben die spanier geschafft, nachdem sie alle inkatempel zerstoert und die inkakoenige hingerichtet haben. von dem alten andinen glauben hat es dennoch einiges in die neue religion geschafft. so wird zum beispiel von jedem schnaps ein bisschen was mit pachamama (der mutter erde ) geteilt, bevor man selber trinkt. und jesus am kreuz guckt nicht gen himmel sodern natuerlich zu pachamama herab. frohe ostern auch daheim!

heute war eine tour zur isla del sol geplant, zu der ich eigentlich unbedingt wollte. nun hab ich die drei alleie geschickt, um mich zu kurieren. so ist es leider. ich hoffe, dass ich schnell wieder fit genug bin, um nach lapaz weiterzufahren, wo uns neben der grossen stadt die death road erwartet. eine mountainbikeabfahrt, die frueher mal sehr gefaehrlich war, inzwischen aber auf neuer strecke den alten namen weitertraegt und grandiose aussicht bieten soll. vamos aver – wie werden sehen!

ich vermisse euch alle dolle.

eure jule


Huhu

April 16, 2011

Huhu,
lange nichts gehört Julchen, kraxelst du durch Peru, was?
Hoffe dir gehts gut soweit. Fehlst!

Hab Ferien, heute AZ-Geburtstag, gestern schon tanzend durch die Strassen, heute Improtheater, politische Beiträge (gängeviertel usw), Sambatrommeltraining, Kinderschminken, Zuckerwatte, Brunch, später Konzerte!
Morgen fahr ich zu einer mittlerweile guten Freundin nach Bochum. Haben ein kleines Forumtreffen.
Ansonsten hängen meine Mundwinkel oft runter, hat mit der Arbeit zu tun, mag ich aber nich hier so schreiben. Und weil du nicht da bist und nirgendwo dabei bist.
Die Mundwinkel haben allerdings auch Grund zur Freude:
Es sind Ferien, Carsten kommt nächste Woche, ich hab bald Urlaub, ich bin bald fertig mit der Schule (8mal hin), und wenn ich richtig gerechnet hab: noch 49 Tage bis ich dich wieder drücken kann.
🙂

Lass es dir gutgehen.

Und Chris: Zeig endlich mal Foddos!

Drücker
Mel


Fukushima = Tschernobyl.

April 12, 2011

Jetzt ist der Atomunfall in Fukushima auch offiziell so schlimm wie der in Tschernobyl. Er wurde also in der INES-Skala auf 7 hochgestuft und Tschernobyl bekommt das erste Mal Gesellschaft. Nachzulesen unter anderem hier.


Huch, wer ist denn das?

April 11, 2011

Huhu


Mel und ihre plötzliche emotionale Verbundenheit mit dem AZ

April 11, 2011

Hallo ihr lieben,

endlich kommt der ersehnte (?) Artikel über die Räumungswoche:

 

Montag früh bekam Kiese eine SMS mit der Mittleilung, dass ziemlich sicher geräumt werden sollte.
Wir harrten Montag und Dienstag jeweils ab 4.00uhr dort aus, nichts passierte.
Ab Mittwoch gegen 15 Uhr wurden die Straßen um das AZ komplett abgeriegelt und die endgültige Räumung für Donnerstag früh war sicher. Die zu diesem Zeitpunkt im AZ anwesenden ca. 60 Aktivist_Innen beschlossen das Haus nicht freiwillig zu verlassen und richteten sich auf eine letzte traurige Nacht im und vor dem Haus ein.
Kiese und ich machten uns um 17.00 Uhr auf den Weg, mit der relativen Gewissheit, dass wir nicht mehr ins Haus kommen sollten. Wir trafen dann ein paar Leute, schlossen uns ihnen an und trafen so ziemlich alle vom harten Besetzerkern im Naturfreundehaus. Sie waren alle nicht im Haus. Nun begannen wir uns zu organisieren: Infopunkt, Spontankundgebung (angemeldet) vorm Trash, direkt in der Nähe der Barrikaden und der Polizeiabsperrung.
Kiese und ich machten mit anderen den Infopunkt und ich übernahm später mit Lisa zusammen die „Melder-Funktion“, dh.wir saßen an der Dillenburgerstrasse, aßen Cracker und beobachteten die Strasse, ob nicht vielleicht tausend Mannschaftswagen der Polizei angerast kommen. Es kamen 2 Streifenwagen, die wir auch pflichtbewusst und ein wenig nervig für die Infopunktmenschen meldeten 😉 Es war eine lange Nacht, Kiese und ich gingen 3-4 Stunden nach Hause schlafen, kiese dann arbeiten, ich wieder zum Versammlungspunkt, im Regen harrte ich alleine aus, versuchte alle lieben Menschen zu mobilisieren, herzukommen, Lisa kam schließlich und hielt mein Händchen im Regen.
Mittlerweile waren schon allerlei Räumungsfahrzeuge, unfassbar viele Polizisten und Wasserwerfer vorgefahren, die Räumung konnte jederzeit stattfinden.
Ein Gefühl der Trauer, der Unkontrollierbarkeit, der Hilflosigkeit umfasste mich.
Es war jedoch auch klar, dass immer noch mit der Sparkasse und Polizei verhandelt wurde, es sah nur nicht gut aus für uns.
Hier ein Text von jemanden, der im Haus war und verhandelt hatte:

„Erst gegen 12 Uhr, als der Befehl zur Räumung bereits gegeben wurde, einigten wir uns in einem letzten Angebot auf den Kompromiss, dass wir für die sofortigen Verhandlungen das Haus verlassen, aber direkt davor bleiben – samt unserer Freund_Innen vor den dann offenen Absperrungen. Dies erschien uns sinvoller als eine Räumung und Abriss.

Es dauerte noch einige bange Minuten, bis die Einigung bei der Polizei ankam und die begonnene Räumung abgebrochen wurde. Wie vereinbart wurde nun der Zugang zum Gelände vor dem AZ erlaubt und die Verhandlungen initiiert, unter der Vorraussetzung, die Barrikaden weitgehend zurück zu bauen und das Haus nicht mehr zu betreten. Um dies sicherzustellen, wurde das Haus besichtigt und anschließend von Securities der Sparkasse bewacht.Ab diesem Moment fühlten nicht nur wir uns sehr unsicher und unwohl mit der Situation. Das Vertrauen in Verhandlungen war gering, das Verlagern der Barrikaden führte zu noch größerer Unsicherheit und der Anblick der Sicherheitsleute im Eingang des AZs tat weh. Immerhin hatten wir drei Punkte erreicht: Abbruch der Räumung und Straffreiheit, Verhandlungen – und das Gebäude stand noch, mit uns davor. Ab jetzt hieß es warten auf erste Ergebnisse der Verhandlungen.“

 

In dem Moment, als uns verkündigt wurde, dass wir wieder aufs Gelände durften, war die Freude riesig, unbeschreiblich.
Wir bauten nun also die Barrikaden ab, um sie in einem Bereich, in dem wir uns aufhalten durften, wieder neu aufzustapeln *gg*
Als wir das gemacht hatten, kam die Ansage, dass alle Materialien, die wir von der Baustelle geklaut hatten, wieder zurück mussten, also alle schweren, scheissschweren, steine wieder zurück.
Meine Jacke ist jetzt noch dreckig und weiss von den Steinen, das ist hartnäckig.
Ab da an wurde viel geräumt, gewartet und Plena abgehalten.
Es war ein Hin-und Herbangen bis wir endlich erfuhren, dass Vertrag sicher ist und wir nun einen Nutzungsvertrag abgeschlossen haben.
Was dafür alles zu erfüllen ist, erzählt Kiese vielleicht 😉

 

Ich bin nun auch in einer AG, Nachbarschafts-Ag und fühle mich dort sehr wohl. Nur das Herzklopfen muss noch verschwinden 😉

Das wars erstmal von mir.

Alles weitere bald.

Grüßschen und Tschüssikowski

.


(Wortlose) Ode an die Freundschaft.

April 11, 2011