(Wortlose) Ode an die Freundschaft.

April 11, 2011


Mr. Bär besucht Nijmegen.

April 7, 2011

Einen wunderschönen guten Tag!

Ich habe mir vorgenommen, von meinem gestrigen Tage zu berichten und dies mit einigen Lichtbildern zu untermalen. Diese haben nicht die gewünschte Qualität, jedoch ging es auch nicht in erster Linie um das Produzieren schöner Aufnahmen; Ziel warb das Genießen dieses so sonnigen Tages. Ich bitte also die etwaigen Schwächen in der Qualität zu entschuldigen und hoffe auf Verständnis.

Nijmegen ist eine kleine Stadt in den Niederlanden, in die mich der Chris brachte, der während Jules Abewesenheit auf mich aufpasst und dies bisher so gut macht, dass ich kaum Grund zur Beschwerde hatte. Ich hatte ihn gebeten, mich durch diese seine Stadt zu führen, bevor er sie (mit mir im Gepäck) verlässt. Er kam dieser Bitte mit großer Freude nach. Der Tag nahm seinen Anfang mit einem Frühstück in der Küche, während dessen ich mich am Lesen einer niederländischen Zeitung versuchte. Dies glückte mir mit einiger Hilfe von Chris recht gut. Plötzlich jedoch tauchte auf einer Seite ein Bild dieses so böse dreinblickende Mannes auf. Ich entschied, er meine bestimmt nicht mich und versuchte, ihn zu ignorieren, indem ich in die andere Richtung schaute:

Nach dem Frühstück musste Chris ein paar Sachen erledigen Die Zeit verbrachte ich damit, es mir auf der Fensterbank bequem zu machen, wo ich mir einen Sessel improvisierte, das wunderschöne Wetter betrachte und mich vorbereitete auf die lange Tour, die wir geplant hatten.

Diese Entspannung tat gut und mit jeder Minute, die ich mich entspannte, war ich mehr bereit Tourist zu sein und mich führen zu lassen durch Nijmegen. Darum entschied ich mich, noch ein paar Minuten Entspannung dran zu hängen. Dies wollte ich im Garten tun, also verließ ich meinen Platz am Fenster und setzte mich auf einen hölzernen Sessel, von welchem aus ich auf die Hühner warteten, die angeblich – Chris sagte, es gäbe sie wirklich – dort im Garten wohnten. Ich bekam jedoch keines zu Gesicht. Vielleicht haben sie Angst vor Bären?

Nachdem mich das Warten auf das, man verzeihe mir diese Grobheit in der Sprache, dumme Federviech so mürbe gemacht hatte, dass meine Lust auf eine Stadtführung beinahe zu schwinden drohte, kam mir der Zufall zur Hilfe: Chris kam und wir gingen los. Unsere erste Etappe war ein Park, der nicht weit entfernt von seiner Wohnung liegt. Es sei, so sagte Chris, einer der schönsten Parks, die er bisher habe kennenlernen dürfen. Er heißt Kronenburgerpark. Um ihn in seiner ganzen Fülle bewundern zu können, begaben wir uns auf einen alten Turm und ich setze mich dort auf die Brüstung und schaute nach unten. Ich hatte gehofft, Chris würde sich neben mich setzen, der jedoch weigerte sich. Er sagt, er litte unter Akrophobie. Die Gelegenheit, dies zu verifizieren, bekam ich nicht.

Ich genoss also die Aussicht ein paar gut ausgekostete Augenblicke lang und ließ mich wortreich durch den Park führen. Nebst der Parkführung bekam ich einen Eindruck von dem Nijmegen, dass man dort im Hintergrund zu sehen vermag. So wurde mir zum Beispiel berichtet, dass der Turm der dort im Hintergrund beim Qualmen beobachtet werden kann, zu einem Gaskraftwerk gehört, welches den zehn größten Umweltverschmutzern der Niederlande zuzurechnen ist. Leicht bekümmert gingen wir weiter.

Die nächste Etappe, so sagte Chris auf dem Weg dorthin, sei ein Weg zurück an den Anfang. In dieser alten Ruine, die zu einem Palast gehört, welchen Kaiser Barbarossa hier errichten ließ – im zwölften Jahrhundert soll dies geschehen sein – … ich habe den Faden verloren. Hier jedenfalls sollen die ersten Kontakte zu niederländischen Kommilitonen gelegt worden sein, vor etwas weniger als vier Jahren als Chris hier – des Niederländischen noch kaum mächtig – hier ankam.

Danach zeigte mir Chris die Waal, wie der Rhein hier in den Niederlanden heißt. Nein, etwas genauer: die Waal ist der größte der drei Flüsse, in welche sich der Rhein teilt, nachdem er Deutschland verlassen und die Niederlande zu durchströmen beginnt. Das heißt, dass das Wasser das ich hier fließen sah, schon durch Köln – meine Heimatstadt seit vielen Jahren – geflossen ist. Dieser Gedanke gefiel mir.

So schön die Aussicht von hier oben auf das Wasser und die Stadt auch war, ich wollte näher heran. Der Abstieg war mühsam, wenn auch sehr schön. So schön gar, dass wir es versäumten, davon Lichtbilder zu machen. Ich genoss den Ausblick auf die an mir vorbeifahrenden Schiffe sehr und es war schön zu sehen, wie jedes dieser Schiffe für sich Wellen verursachte, die ein paar Steinebenen unter anbrandeten. Eine schöne Stelle, durchaus auch mit romantischen Zügen. Es gefiel mir hier sehr.

Nach dieser ersten Etappe durch die Stadt wollte ich mich ein wenig ausruhen. An einem Strand ganz in der Nähe des Steines, den ich zu meinem Aussichtsplatz erkoren hatte, fand ich die geeignete, nein, die perfekte Stelle dafür.

Wir ruhten uns aus. Lange. Zu lange, wie Chris plötzlich feststellte. Hektisch wurde es plötzlich, als er auf die Uhr sah und merkte, dass er schon viel zu spät dran war. Sein Ziel war eine Debatte mit dem Rektor der Universität an der er hier studiert hatte, die an seiner Fakultät stattfinden sollte. Anschließend gäbe es, so erfuhr ich, einen Umtrunk. Eine schöne Gelegenheit, viele Menschen nochmal wieder zu sehen, bevor wir beide diese Stadt verlassen würden. Ich war neugierig geworden und ging mit. So verbrachten wir ein paar schöne, sehr interessante Stunden an dieser Stätte der höheren Bildung. Abend wurde es, als wir sie wieder verließen. Abendstimmung kam auch in mir auf, ich war froh, angenehm erschöpft. Und so blickte ich voll Genugtuung in Richtung der langsam aber sichtbar untergehenden Sonne.

Dies zu eurem Vergnügen!

Gehabt euch wohl,

Mr. Bär.


Brief an Jule.

April 6, 2011

Beste Jule,

ik zit nu in Nijmegen en zoals je ziet heb ik al een aantal woorden Nederlands geleerd.

Nein, das war leider nur ein kleiner humoristischer Einwurf. Diesen Satz habe ich mir diktieren lassen, der Originalität wegen. Ich las heute deine beiden Einträge und es freute mich sehr, zu lesen und zu sehen, was in deinem Leben zum jetzigen Zeitpunkt geschieht.  Das bringt dich mir ein kleines Stück näher. Und mit einem gewissen Stolz betrachte ich deine Selbstständigkeit. Es ist schön, zu sehen, dass dich meine lange und treue Begleitung zu einer solchen Person hat werden lassen. Darum lag auch der Entschluss nicht fern, selber einmal mehr zur Tastatur zu greifen und zu schreiben. Dieses Mal sollte es allerdings ein etwas persönlicherer Brief werden, zumindest war das so erdacht. Dann jedoch fiel mir ein, dass dies ein sehr öffentlich zugängliches Medium der Kommunikation ist und unterließ weitere Planungen und Formulierungen persönlicher Art, nur diese eine noch: Ich habe es gewiss gut hier, und doch muss ich gestehen, dass ich mich sehr freue auf das Wiedersehen. Bären zählen keine Tage, doch wenn sie es täten, sei dir gewiss, ich zählte.

Ferner möchte ich keine Einblicke in mein tieferes Seelenleben gewähren, nicht, weil ich dir nicht traue, sondern weil es zu persönlich wäre und mir in gewisser Weise unangenehm ist – womöglich schlicht zu fremd – dies hier im Internetz zu tun. Doch wisse, diese persönlichen Gedanken gibt es und vielleicht habe ich noch die Gelegenheit sie in anderer Form zu äußern.

Morgen habe ich einen Spaziergang durch dieses, wie mir scheint, sehr heimelige alte Hansestädtchen in den Niederen Landen geplant. Mit etwas Glück begleitet mich Chris und ich werde in die angenehme Lage versetzt, einigen Anekdoten zu lauschen und mich so dann und wann fotografieren zu lassen. Ergebnisse – anekdotischer und fotografischer Natur – werde ich dann selbstredend hier bloggen.

Es ist spät hier. Und auch wenn dieses pittoreske Städtchen, welches ich morgen also zu erkunden gedenke, ein sehr kleines ist,  so möchte ich dies doch ausgeruht tun. Drum werde ich mich betten und nach der Lektüre dann schlafen.

Gehab dich weiterhin wohl, liebste Jule,

dein Mr. Bär.


Der alte Bär in seinem Exil. (11. Tag)

März 25, 2011

Gestern war ich wieder ein Ursus culturalis: ich war im Theater. Dabei ließ ich mich begleiten von Sophie und Christian. Leider waren weder der nette Herr, noch die reizende Dame so aufmerksam, den Herrn Bär zu fotografieren.

Ich werde mich bei beiden bei gegebener Gelegenheit beschweren. Ein Foto dieses für den Bären so angenehmen Abend hätte meine Sammlung der Vervollkommnung gewiss ein Stück näher gebracht. Gemacht wurde jedoch keines, was wohl daran lag, dass die Inszenierung gelungen war und unsere Aufmerksamkeit forderte. Es wurde gegeben die Dreigroschenoper von Berthold Brecht mit Musik von Kurt Weill. Erwähnenswert an dieser Stelle erscheint mir, dass es sich nicht um eine Aufführung im eigentliche Sinne handelte, sondern vielmehr „öffentlich“ geprobt wurde, d.h. vor Publikum. Das mag der Grund sein für einige Verwirrungen auf der Bühne und gewisse von Hektik zeugender Aussprüche des Regisseurs aus seiner Loge im Publikum heraus. Verwirrt wurde dadurch auch das Publikum,  da die Inszenierung experimenteller Natur und keineswegs klassisch war. Es wurde gearbeitet mit Rollenwechseln (so wurde Macheath von mindestens drei Männern dargestellt), einer Art Monitor auf welchem Text zu lesen war und vielstimmigem Gesang. Hin und wieder wiesen Schauspieler andere Schauspieler an, den Text, der auf dem Monitor (der eindeutig zur Inszenierung gehörte)  zu sehen war, vorzutragen. Manches Mal wusste ich nicht so recht, ob dies sich so gehörte, oder ob der Schauspieler seinen Einsatz verpasst hatte. Dies tat dem Stück jedoch in keiner Weise Abbruch, oder vielmehr: dies machte die Inszenierung keinesfalls zu einer misslungenen Inszenierung. Es wurde dadurch hoch interessant, sehr witzig und die beißende Sozialkritik des Originalwerkes kam umso deutlicher hervor, weil sie in so krassem Kontrast zum Chaos auf der Bühne stand.

[An dieser Stelle mache ich eine kleine Pause mit dem Bloggen und empfehle die Moritat von Mackie Messer in der Version von Slut, einer Band aus Ingolstadt.]

Nach der Pause kam die Sozialkritik desto deutlicher zurück, mit dem Vorschlaghammer quasi wurde die Kritik am Menschen, dass er so gut zu verdrängen in der Lage sei, den Menschen im Publikum auf dem Silbertablett ins Gesicht geschmissen. Zu sehen waren drei große Leinwände, auf denen ein Foto eines verhungernden afrikanischen Kindes zu sehen war. Dazu wurden Protestschilder ans Publikum verteilt…

Um nicht zu langweilen, breche ich meine Beschreibung des Stückes ab und beschränke mich darauf, zu erwähnen, dass es mir große Freude bereitet hat, wie dieses Werk, das ich so schätze, auf eine so spannende Weise dargeboten wurde. Ich bin mir sicher, dass bis zur Uraufführung noch gearbeitet wird und das die Inszenierung bis dahin noch an Qualität gewinnen wird. Leider, so ließ ich mir sagen, seien die Aufführung so ausverkauft, dass nicht einmal mehr für einen kulturell interessierten Bären Platz sei. Das bedaure ich sehr.

Gehabt euch wohl,

Mr. Bär.


Der alte Bär in seinem Exil. (7. Tag)

März 21, 2011

Ich bin in Berlin. Und während, wie ich bereits am Samstag in der U-Bahn erfuhr, andere Bären hier mysteriöse Tode sterben, kann ich beruhigen: es geht mir gut.

Gut zumindest in dem Sinne, dass ich sehr weit davon entfernt bin, dahinzuscheiden. Das bedeutet nicht, dass ich nicht erschöpft bin. Heute war ich nämlich ein Ursus touristis. Davon habe ich ein paar Fotos gemacht, die am Ende dieses Beitrages zu finden sind.

Berlin ist eine beeindruckende Stadt, aber da alle von euch entweder hier wohnen oder mindestens schon einmal da waren, spare ich mir Details. Desweiteren bin ich viel zu müde für einen sehr ausführlichen Beitrag und spüre in mir die Neigung, vom schönen Wetter zu berichten. Man sieht: ich bin erschöpft und sollte nicht bloggen. Da ich aber schon einige Tage schwieg und hier Bären sterben, dachte ich, ich lasse von mir hören, damit niemand sich sorgt.

Es kommen Tage, an denen ich mehr Energie zum Berichten haben werde. Ganz gewiss.

Bis dahin, gehabt euch wohl!

Anbei die Fotos:

Mr. Bär in der U-Bahn.
Mr. Bär und ein großes Tor.
Mr. Bär und ein großes Tor.
Mr. Bär am Reichstag.
Mr. Bär auf dem Weg zur Kanzlerin.
Mr. Bär geht an die Uni.
Mr. Bär ruht sich aus.

Ursus travelaris.

März 20, 2011
Mr. Bär und der Rhein.

Mr. Bär und der Rhein.

Mr. Bär und der Dom.

Mr. Bär und der Dom.

Mr Bär geht gegen die Kernenergie demonstrieren.

Mr. Bär geht gegen die Kernenergie auf die Straße.


Der alte Bär in seinem Exil. (5. Tag)

März 18, 2011

Gestern wurde ich in ein Lichtspielhaus mitgenommen.  Das war ziemlich aufregend. Zwar bin ich seit jeher ein Ursus culturalis, das heißt ein kulturell interessierter Bär, den Schritt in ein solches Etablissement hatte ich jedoch noch nie gewagt. Zu sehen gab es True Grit, einen Film von den Coen-Brüdern. Leider wurde ich vorher nicht darüber informiert, was OmU heißt. Ich bin doch kein britischer Bär. Die Untertitel halfen jedoch und den Mienen der anderen Zuschauer – alles Menschen! – nach zu urteilen, war ich nicht der einzige, der sich darüber freute, dass das englische Genuschel und Gelalle und Gedialekte für uns in Textform synchronübersetzt wurde. Es war ein guter Film, ein echter Western mit harten Kerlen, krachigen Aussagen und einer guten Portion Humor. Geschossen und gestorben wurde natürlich auch, aber, so wurde mir versichert, niemand sei wirklich tot gewesen. Auch wenn die echt ziemlich tot aussahen teilweise. Wirklich schlimm war für mich nur eine Szene, in der Schlangen eine zentrale Rolle spielten. Bären mögen keine Schlangen. Ich hielt mir die Äuglein zu und summte etwas vor mich hin, dass das Gezische dieser widerlichen Biester übertönte. So bewahrte ich mich davor, heute nacht von rippenlosen Wesen zu träumen.

Ferner passierte in den letzten Tagen nicht viel. Bald jedoch wird es wirklich spannend: ich fahre nach Berlin! Es soll eine große Stadt sein, viel größer als alle Städte, die ich bisher betrachten durfte. Ich werde davon berichten!

Bis dahin, gehabt euch wohl!